Von Flügeln, vom Reisen, von Träumen im Zeichen der Seele

Herzen und Seelen sind unergründliche Meere, deren tiefsten Winkel und Geheimnisse für abertausende von Geschichten reichen würden, mächtig mit jedem ihrer Worte, ihrer Bilder. Kaum ein Bildnis, kaum eine Metapher umschreibt die Schönheit ihrer Weiten mehr als die Anmut der Meere, stark und doch sanft wie die Seele Gaias höchstselbst. Galaxien gleich dehnen und erstrecken sie sich hinein bis weit hinaus in den Himmel, berühren Lippen und fremde Herzen mit der Kraft zehntausender Sonnen. Brennend und voller Leidenschaft sind jene Galaxien mit ihren Wogen am gewaltigsten und schönsten – gewaltig wie eine Komposition aus Musik, Malerei und allen Worten dieser Welt vereint. Wie schön und ergreifend und wie oft doch schlafend in einem Winter. Wie oft verloren ihre Sterne, ihre Klänge unter einem Eis, dessen Präsenz oft unbewusst uns bleibt.
Wie gerne würde ich ergreifen die Anmut all‘ jener Meere, umfassen ihre Wogen und ihre Wellen. Wie gerne würde ich strecken ihre Flügel und ihr Kleid, verweisen auf die Farben einer jeden einzelnen Feder.
Meine Meere und Galaxien haben Stürme und Infernos erlebt, die mich mit Narben, mit Tränen und niemals heilenden Wunden zeichneten. Oft suchten mich ihre Geister heim in den Welten meiner Träume, nährten die Zweifel, nährten Kummer, ließen mich zweifeln an mir und meiner Kraft. In jenen Stürmen und jenen Flammen jedoch fand sich inmitten all‘ meiner Asche, all‘ meiner Vernichtung die zarte Flamme eines jungen Vogels. Einem Phönix gleich erblickten seine Augen die meinen und berührten mein Herz, umgaben mich wie Wasser und durchströmten jede Pore meines Seins. Eine neuerliche Ruhe und ein längst vergessenes Maß an Frieden kehrte ein: Der Sturm tanzte mit den Wellen und schenkte mir das wärmende Licht zarter Sonnenstrahlen, die von einem fast wolkenlosen Himmel strahlten. Ich weiß um den Regen, der manches Mal aus ihnen fallen wird, weiß um die Tränen, die ich noch weinen, um die beschwerlichen Pfade, die ich noch gehen werde müssen. Doch nichts davon soll mich so ergreifen und fesseln, wie mich der Schmerz der letzten Jahre so lange gefesselt hat. Ich schließe ihn in meine Arme und mache mich frei von seinem Gewicht – denn nichts davon hat Bedeutung, ist Teil nur der Farben meiner Seele. Diese Füße werden gehen, wohin auch immer sie gehen werden – mit unsagbar bunten Träumen und der Liebe in den Tiefen meines Herzens.
Ich sehe und trage Visionen eines Pfades, dessen Rufe mich aus den Meeren meiner Seele ereilen. Sie weisen auf Pfade in das Unbestimmte hinein, zeigen mir die Weite der Sterne unter einem freien Himmel ohne jedes Dach. Sie lassen mich sehnen nach den Reisen, die keine feste Heimat mehr kennen, lassen mich sehnen nach den Weiten, die das Leben in all‘ seinen Facetten in sich birgt. Die Abenteurerin in meinem Herzen heißt mich still in sich willkommen. Die Abenteurerin in mir weist auf die Freiheit der Wälder, Meere und Himmel, allesamt in meiner Seele sanft verwurzelt. Sie laden mich ein, lassen mich lächelnd träumen von dem Beschreiten ihrer Pfade – frei, freier und lebendiger noch als alles bisher gelebte und gekannte. Ich sehe die Adler, wie sie majestätisch kreischen, kreisen und strahlen am Himmel, ihre Eleganz und ihre Freiheit. Ich sehe die Anmut und Unbeschwertheit der freundlichen Delphine, wie sie tanzen, strahlen und schwimmen ohne jeden Ballast durch die Weiten aller Meere. Und so frei will auch ich mich wissen, wird mein Herz vom Sternenhimmel und dem Vagabunden darin gerufen, jeden Tag, immer wieder. Ich lächle, während ich träume, denn diese Vision treibt mich an. Ich mag laufen ohne Ziel, doch bin ich stets auf meinem Weg.
Und vielleicht irgendwann, wird diese Reise zur Aufgabe meines Lebens… gemeinsam mit einigen lieben, freien Seelen, von der selben Abenteuerlust tief in ihrem Herzen geführt.
Ich lasse fallen meinen Wunsch, gefunden zu werden von dir. Ich lasse fallen meinen Wunsch nach der Freude, die durch die Präsenz anderer erblüht. Was auch immer passieren soll, wird passieren ohnehin – vielleicht passierst du meiner Liebe, vielleicht die Fremden meinem Wunsch nach innig geliebten Freunden. Vieles liegt nicht in meinen Händen, doch soll es dort auch niemals sein. Meine Seele lässt sich lenken als der Kompass, den das Leben mit seinen Händen führt. Mein Herz schaut auf die vielen kleinen Dinge, die berührt werden können mit den Händen des Mitgefühls und der Liebe.
Vielleicht muss die Abenteurerin ihrer Wege weiterhin alleine gehen, damit ihr Feuer, ihre Poesie erblühen dürfen frei und auf jene klare Weise, wie sie es tun mit jedem Tag. Vielleicht muss die Liebe bleiben weiterhin in Ferne, damit ihr Feuer brennt als das Öl meiner Träume. Die Liebe jedoch wird auch dann niemals weichen, wird niemals schwinden, niemals sterben als Teil meiner tiefsten Selbst.
Und soll ich alleine meiner Wege gehen, so will ich umarmen, wie ich niemals zuvor umarmt habe. Soll ich alleine meiner Wege gehen, so will ich es zur bewussten Wahl meines Herzens machen.
Nichts davon hat eine solche Bedeutung, dass es auf meinen Schultern, meiner Seele liegen soll – denn ich bin Abenteurerin, die irgendwann mit leerer Tasche ziehen wird in die Welt, erblüht durch die Wunden jeder ihrer Lebenswege.
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