Und manchmal (weiß ich nicht)

Künstliches Sommerlicht
fällt auf meine müden Züge

– und ich weiß nicht,
wie oft ich mir gewünscht habe
jemand wäre da

der mir seine Ohren schenkt
ohne sich vor dem zu fürchten
was meine blutigen Lippen ihm

über die Abgründe meiner
gebrochenen Seele erzählen;

und wie oft ich doch Menschen gehen sah,
mit unsichtbaren Tränen in den Augen

verzweifelt an den Wegen
die immer wieder in Einsamkeit enden.

Ich weiß nicht, wie oft
ich mir mit ganzem Herzen
gewünscht habe

jemand würde mich lächelnd
bei der Hand nehmen
und das Kind in mir lachend
zum rennen bringen

– verbrannt und doch so frei
beflügelt von der Liebe
einer Seele

die alle Schrecken meiner
menschlichen Dunkelheit
unerschrocken akzeptiert.

Ich weiß nicht, wie oft
ich mir gewünscht habe
jemand würde mich begleiten

auf den stillen Reisen
meines sehnsüchtigen Herzens,
wann immer es in weite Ferne zieht

und von den Orten dieser Welt
mit einer Kamera und Stiften
in Bildern und Worten träumt

– gemeinsam unter der
leuchtenden Morgensonne

auf einer Parkbank redend
bis in den späten Abend hinein.

Ich weiß nicht,
wie oft es mich immer wieder
danach sehnt

jemanden an meiner Seite
zu wissen

dessen Herz die Scherben
und die niemals heilenden Wunden
meiner müden Seele
nicht als Unheil erscheinen

sondern vielmehr als Teil
einer Persönlichkeit
deren liebevolle Seiten

sich auch in ihren heftigsten Stürmen
innig geliebt wissen dürfen.

Ich weiß nicht, wie oft ich mich
im Fehlen meiner Tränen
nach Armen gesehnt habe

die mich in meiner Schwäche
fangen und umarmen

und trotz aller scheinbaren Stärke
den verletzlichen und
sensiblen Menschen dahinter
mit ganzem Herzen schätzen

– mich zu lieben auch
in meinen unliebsamsten Momenten
der Abweisung und Trauer,

um mich zu erinnern an die Wärme,
um zu fühlen jeden Atemzug.

Ich weiß nicht, wie oft ich wünschte
einfach nur Mensch zu sein
wie die Masse, vor der ich mich
undefinierbar fremd fühle

mit jemandem zu lachen
über scheinbar sinnloses, banales
zu reden wie jeder andere auch
– und wenn nur für einen Moment.

Ich weiß nicht, wie oft ich mir
immer wieder wünsche
ich würde geliebt und erkannt
als der Mensch
der ich tief im Inneren bin

mit jeder Narbe und jeder Wunde,
jeder Eigenart und in all’ meiner
Verwundbarkeit

wünsche ich mir mehr als alles andere
einmal mehr zu atmen
wie jeder andere,

nicht immer nur für mich selbst
eine stille Heldin zu sein.

Ich weiß nicht, wie oft
ich mir gewünscht habe
einen etwas einfacheren Weg
gehen zu dürfen

bin ich trotz aller Stärke
gebrochen und getränkt in Wunden

eine Seele, die geteilte Momente des Glücks
unter Freunden, unter Liebenden
mit ganzem Herzen vermisst.

Und mag man es auch
Bestimmung nennen, so ist
es doch eine Herausforderung

deren Hindernisse mir manches Mal
so viel mehr erscheinen,
als meine kleine Seele zu ertragen vermag

– und ich wünschte, du wärest da
um mir einmal mehr Lebendigkeit
durch dein Lächeln zu schenken.

Doch auf jener Parkbank,
in jener warmen Morgensonne

in jenem Lächeln eines Kindes,
dessen Bewegungen nahezu
erstarrt sind auf den Pfaden der Zeit

finde ich nur mich,
mit meinen Worten allein

und meine Hoffnung legt sich schlafen
bis sie sich die neuen Wunden

still und heimlich, einmal mehr
zu feinen Narben geküsst hat.

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