Spiegel ohne Kompass

I.

Ich trage einen Kompass ohne Nadel
in einer Wüste ohne Sand
— will finden, ohne zu wissen
und reflektiere schal im Licht.

Blank im Salz der Reise
fahle Haut wie tiefer Winter;
in seiner Pfütze geborgen liegt
mein altes Ich, immersuchend.

Schwach und schillernd bloß im Schweiß
ein Mädchen ohne jede Welt,
hebe ich heute warm zum Gruß
bis der Spiegel ihr zerbricht.

Illusion um Illusion
in einer Wüste ohne Boden,
trägt der Kompass nur sich selbst
ohne Herz und jede Seele.

_______________________

II.

Eine Reise findet statt
mit Pigmenten aus Bunt bloß im Gepäck,
und auch im Grau, im Schwarz gen Sonne
— jenes, was sich selbst neu gefunden.

Keine Himmelsrichtung mehr
barfuß über Brücken aus Gras und Luft;
einer, der auch findet dann
weder auf Suche, noch auf Reisen.

Doch einmal mehr jener Spiegel grüßt,
allen ohne jede Nadel;
zu weit die Arme wie mein altes Mädchen
gen der Quelle ohne Ader.

Drum nehme einmal mehr
der Illusion, des Selbst willen,
jenen Spiegel kalter Hände
hinein in Herzen warm:

Den Suchern und Verlorenen
mit ganzer Seele helles Feuer.

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