Erinnerungen

Mancherlei Begegnung im Leben bleibt eine Erinnerung von undefinierbar besonderer Natur, um so vieles unbefangener erscheinend als die wärmendsten Strahlen der Sonne, um so vieles lebhafter als das wildeste aller Kinder. Irgendwann jedoch kommt die Zeit, ihre Zeit des Verblassens, an dem nichts weiter bestehen bleibt als die Schatten jener Tage, nunmehr bloß vage Pinselstriche erfüllt vom Geschmack alter Emotionen, welche stets im Herzen verweilen. Wie ein alter Mann im Park, schwelgend in süßen Tagträumen, das tanzende, einsame Blatt im dahinscheidenden, farbenfrohen Herbst ― ihr schwindender Duft bleibt bestehen und legt sich wie feiner Dunst am Morgen sachte um die tiefsten Winkel unseres Innersten. Tag für Tag lässt sich jeder verblichene Pinselstrich erfühlen, Berührungen zärtlich gleich den Händen eines Neugeborenen, ist auch alles, wodurch sie berühren, längst vergangen. Was einstmals war, lässt sich längst nicht mehr ergreifen, doch bleiben die Schatten bestehen, als wären sie aus Stein gemeißelte Monumente im Licht zweier verbundener Herzen, die ihre Spuren im Sand malten. Ganz gleich, wann immer am Strand ein Fuß durch die unzähligen Körnchen alter Tage streift ― es lässt sich bei allem Meeresrauschen stets etwas finden, weder vom Wasser, noch von der Zeit selbst hinfortgetragen. Es überdauert.
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