Verwischte Farben [2. Teil]

Nachdem ich gegen 8:10 im Büro ankam und die Tür hinter mir schloss, hörte ich bereits, wie die mammutartigen Schritte meines Chefs sich züzig näherten und in meine Richtung bewegten. Mit einem Griff wie Stahl riss er die Tür zu seinem Büro auf und kam mit säuerlichem Gesichtsausdruck auf mich zu. Ich wusste, was kommen würde. „Haben Sie eigentlich schonmal auf die Uhr geguckt? Sie sind 10 Minuten zu spät. Machen Sie sich an Ihre Arbeit und sehen Sie zu, dass Sie sich künftig pünktlich hier einfinden, oder es gibt Probleme. Haben Sie verstanden?!“ Sein rötlich gefärbtes Gesicht blickte mich bedrohlich an. Willst du mich kündigen, oder was? „Das habe ich, Chef. Es wird nicht wieder vorkommen.“ „Das hoffe ich für Sie. Warum sind Sie überhaupt zu spät?“ Sein säuerlicher Kaffeeatem heftete sich wie ein Leichentuch an meine Nase. „Ich bin auf dem Weg einem Mädchen begegnet, das geärgert wurde und hingefallen ist. Da wollte ich sichergehen, dass sie sich nicht ernsthaft verletzt hat.“ Seine Mundwinkel verzogen sich, als er mir mit bebenden Nasenflügeln eine Antwort gab. „Das interessiert mich nicht. Sie haben einen Job und sicherzustellen, dass Sie pünktlich sind. Also seien Sie künftig auch pünktlich. Die Firma hängt mit den Aufträgen schon genug hinterher.“ „Selbstverständlich. Es tut mir Leid.“ Ein Erdbeben auf zwei Beinen und ein Arschloch dazu. Ehrlich, Sie können mich mal. Ich schluckte die Worte herunter und ging langsam zu meinem Schreibtisch, darum bemüht, meinen Ärger nicht durch lautes Schnaufen und falsche Mimik zu verraten. Mit tomatenrotem Gesicht und eindringlichem Blick sah er mich noch einmal säuerlich wie schlechter Käse an, woraufhin er sich umdrehte und mit schweren Schritten davonging. Die Bürotür in seinem Rücken fiel mit einem lauten Knallen ins Schloss, ehe die Stille im Raum nur noch das Tippen meiner Arbeitskollegin und ihr schmatzendes Mundwerk füllte. Mit hochgezogenen Augenbrauen blickte sie mich zwischen Computerbildschirm und Papierstapel an, die Lippen rhythmisch wie eine kauende Kuh bewegend. Ich versuchte, sie zu ignorieren. Klappen würde das nicht lange. „Der Chef hat ja wieder Gute Laune, was?“ Sie stützte den Kopf auf ihre Arme und blickte mich aus großen Augen an, während ihr Mund rosa Kaugummiblasen formte. Ignorier‘ ihre Fragen einfach, verdammt. „Er wird heute bestimmt wieder viel zu fluchen haben.“ Sie schmatzte und formte eine weitere Kaugummiblase. „Du solltest damit aufhören. Du weißt, was für einen Aufstand der Chef macht, wenn er dich so sieht.“ „Ach was.“ Sie machte eine wegwerfende Handbewegung und lächelte mit halb geöffnetem Mund, was ihr Schmatzen nur noch unerträglicher machte. „Er hat mich dabei nur einmal erwischt. Und das ist lange her.“ Immer noch amüsiert sah sie mich an und wippte mit ihren Füßen, bevor erneut lautes Tippen einsetzte und Formulare in das Auswurffach des Druckers in der Ecke fielen. „Lass‘ uns einfach arbeiten. Sonst kriegt der Chef noch einen Anfall.“ Ich wusste, wie Recht ich damit habe. Keine zehn Minuten später warf er mir grimmig einen Stapel Papiere auf den Tisch und verkündete, dass ich ihm zu langsam sei, inkompetent und bequem wie überhaupt der Rest der Welt. Ich atmete tief aus, nachdem er schließlich weg war und seine Tür erneut ins Schloss knallte. Irgendwann ist das Ding kaputt und fällt aus den Angeln. Ich aber auch.
Mit schmerzendem Rücken quälte ich mich am nächsten Morgen schließlich aus dem Bett, als der Wecker mit seiner schrillen Stimme unbarmherzig meinen Schlaf beendete. Müde und vollkommen abgenervt drückte ich ihn aus und lief in die Küche. Ich nahm mir eine Tasse aus dem Schrank und machte den üblichen Morgenkaffee. Während die abgenutzte, alte Senseomaschine ratterte und das braune Gold dampfend in die Tasse floss, hockte ich am Küchentisch und dachte über den gestrigen Tag nach. Die Hektik, der Stress, das kleine Mädchen. Meine Gedanken rasten und überschlugen sich wie ein außer Kontrolle geratenes Karussel. Was war es, das mir noch viel verkehrter vorkam als alles andere bisher? Grübelnd und mit pochendem Kopf stand ich auf und griff nach der  gefüllten Tasse. Der heiße Kaffee war eine Wohltat. Wie Medizin durchströmte er meinen schmerzenden Körper und sorgte dafür, dass ich mich augenblicklich besser fühlte. Besser, aber nicht gut. Seufzend ließ ich mich in den Stuhl fallen und starrte an die Decke. Funkelnde, klare Augen und ein Lächeln wie der Sonnenschein auf zwei Beinen persönlich. So etwas sieht man heutzutage viel zu selten. Farbe soll also in unseren Herzen sein? Wo zur Hölle haben wir sie dann bloß eingesperrt? Auf meiner Lippe kauend dachte ich darüber nach, ohne wirklich eine Antwort zu finden. Die letzten Tropfen meines Kaffees hinunterspülend, stand ich auf und ging zum Küchenfenster. Asphalt und Beton erstreckten sich vor mir wie ein totes, lebloses Meer, in dem nur vereinzelnd winzige Büschel Gras und ein paar Blumen wuchsen. Grau wie alles hier. Wo ist also die Farbe? Als ich mich resignierend vom Fenster abwenden wollte, sah ich, wie einige Kinder mit ihrem Fahrrad über den Gehweg fuhren. Bunte, kleine Hupen schmückten den Lenker, während auf ihrem Rücken bunte, kleine Taschen wie Farbkleckse auf weißem, leeren Papier leuchteten. Mit dem bisschen an Farbe schienen sie sich am hässlichen Beton nicht zu stören. Wie? Während ich noch immer darüber nachgrübelte und in Gedanken versunken meine unbequemen Arbeitsklamotten anzog, nahm ich heute meine Arbeitstasche, ohne die üblichen Dinge einzupacken. Selbst die Kippen hatte ich vergessen, wie ich wenig später fluchend feststellen musste. Reiß‘ dich zusammen, verdammt. Genervt lief ich zum Kiosk an der Kreuzung und kaufte mir neben einem Coffee To Go noch eine Schachtel Zigaretten. Den Zeitungen im Ständer zu meiner Linken schenkte ich heute sicherheitshalber grundsätzlich keine Beachtung. Gutes oder sinnvolles würde sowieso nicht drinstehen. Dankend nahm ich den Kaffee und die Zigaretten entgegen, als die Frau mit beidem erschien und es vor mir abstellte. Ich zahlte und verabschiedete mich dankend. Genüsslich griff ich in die Zigarettenschachtel und steckte mir eine an, während ich beim laufen vorsichtig einen Schluck Kaffee zu mir nahm. Nachdem die ersten Tropfen geschluckt waren, steckte ich mir die Zigarette in den Mund. Immerhin das hast du nachgeholt. Genüsslich stieß ich den Rauch durch Mund und Nase aus. Wirklich zufrieden wollte ich heute allerdings nicht einmal ansatzweise werden. Noch immer nagte die Fragerei an meinen strapazierten Gedanken. Was war es, dass mich so beschäftigte, mir so verdammt sauer aufstieß? Entgegen meinem Plan, weiter meinen Gedanken nachzuhängen, lief ich mit nachdenklichem Gesichtsausdruck durch die Straßen in Richtung Bahnhof. Den Kaffee hatte ich heute eher geschafft als sonst und dessen Überbleibsel längst entsorgt. Eine zweite, qualmende Zigarette steckte in meinem Mund und glühte warm in der kühlen Morgenluft. Ich kam mir ein wenig vor wie eine Kandidatin in einer dieser billigen Quizshows aus dem Fernsehen, wo es Joker gab, die die Leute benutzen konnten. In der Realität gab es keine. Genervt und gedankenverloren zugleich wartete ich in der Kälte auf den Zug. Plötzlich rempelte mich ein Kind mit einem dieser riesigen Monstertornister an. Wie ein Stein fiel es auf die Seite, während sich der Inhalt der Tasche auf den grauen, verdreckten Steinen verteilte. Wieso kommt dir das bloß bekannt vor? „Hey. Alles in Ordnung mit dir, Kleiner?“ Ich duckte mich und begann, die herausgefallenen Sachen auf einen Stapel zu legen. „Ja. Entschuldigen Sie. Ich war total in Gedanken und habe nicht aufgepasst.“ Ich sah den Jungen so freundlich an, wie es mir mit meiner Laune möglich war. „Schon okay. Das war ich auch.“ Während wir seine Sachen zusammenräumten und er die ersten davon zurück in seine überdimensionale Schultasche steckte, entdeckte ich zwischen den Mappen und Heften ein Bild. Es war offensichtlich mit Wachsmalern gemalt worden und enthielt jede nur erdenkliche Farbe, die man als Wachsmaler im Handel bekam. Sie zeigte einen Jungen mit einem Mädchen auf einer Wiese voller Blumen, Hasen, Schmetterlinge, einem großen Baum und einer Sonne, die eher wie ein Regenbogen in Kreisform aussah. Ein großes, schwarzes Lächeln zierten sowohl sie als auch die pinken und roten Wolken am Himmel. Der Junge bemerkte, dass ich das Bild anstarrte. „Das Bild ist wirklich schön.“ „Ist von meiner kleinen Schwester. Sie liebt es, grelle, bunte Bilder zu malen und zu verschenken. Hat sie, nachdem sie fertig war, dann mir geschenkt, damit ich auch immer Farben bei mir habe.“ Er lächelte. Ich reichte ihm das Bild, welches er vorsichtig in eines seiner Hefte legte und anschließend in dem großen Tornister verstaute. Wir standen beide auf. „Dankeschön für Ihre Hilfe.“ „Nichts zu danken. Pass‘ auf, dass du nicht nochmal jemanden umrennst. Bevor du dir noch wehtust und deine Sachen verloren gehen.“ Er nickte eifrig, ehe er davonlief und sich zu seinen Freunden am Getränkeautomaten rechts von mir stellte. Während ich ihm nachsah und über alles nachdachte, was in den letzten Tagen so war, von hinfallenden Sachen und Kindern bishin zu Fragen über Farben, die mich an Rätselraten erinnerten, überkam mich ein Gefühl, als wäre ich der entscheidenden Antwort näher gekommen. Etwas komisches machte sich in mir breit und wuchs gefühlt mindestens so schnell wie das Unkraut im Garten meiner Mutter früher, während ich hörte, wie der Zug sich näherte und schnaufend am Bahngleis zum stehen kam. Wieder liefen die Leute wie Ameisen im Gleichschritt hinein, die Gesichter müde und starr nach vorne gerichtet. Ehe ich selbst einstieg, sah ich ihnen einen Moment lang nach. Und da dämmerte es mir auf einmal. Vielleicht hast du’s schon immer gewusst.
Am Bürogebäude angekommen, schnippte ich den Rest meiner Zigarette in den schiefen, verbeulten Mülleimer direkt vorm Eingang. Überall präsentierten sich mir Graffities auf einer alten, hässlichen Wand, die sicherlich schon mindestens seit 10 Jahren keine frische Farbe mehr gesehen hatte, nur gelegentlich von kahlen, dreckigen Fenstern geschmückt. Hässlich wie der Job und die Stadt auch. Ich öffnete die verkratzte, schwere Tür am Haupteingang und betrat das Gebäude. Trotz der Tatsache, bereits im Treppenhaus zu sein, riskierte ich noch einmal einen kurzen Blick auf die Uhr. 7:57. Genau 3 Minuten blieben mir noch, um nicht das tomatenrote Mammutgesicht meines Chefs heraufzubeschwören und mir sein Gemotze von Inkompetenz und Pflichterfüllung anzuhören, das er mir gerne auch ohne wirklichen Grund wie ein Tonband herunterleierte. Als ich schließlich das Büro betrat und die Tür hinter mir schloss, hörte ich, wie lautes Geschrei aus dessen Büro kam. Wenn man vom Teufel spricht. Stirnrunzelnd ließ ich mich auf den Schreibtischstuhl fallen und blickte ausnahmsweise halbwegs interessiert zur ungeliebten Kollegin hinüber, die eher an eine fleckenlose Kuh denn einen Menschen erinnerte. Schmatzend ließ diese ihre Kaugummiblase platzen, ehe sie kurz zu mir herübersah und mir eine Antwort gab. „Das geht schon eine Weile so. Derart wütend war er glaube ich noch nie.“ Grinsend kaute sie weiter kuhartig vor sich hin und tippte vergnügt auf ihrer Tastatur herum. Die würde noch grinsen, wenn dieser Bau brennend in sich zusammenfällt. Ein wenig beunruhigt machte ich mich selbst an die Arbeit. Hoffentlich hat der gleich keinen Wutausbruch und lässt ihn an uns aus. Kurze Zeit später hörte ich, wie etwas gegen die Wand flog. Vielleicht das Telefon? Schmunzelnd kümmerte ich mich weiter um den Papierkram. Nachdem der scheinbar vor Wut an die Wand geschmissene Gegenstand mit einem Knall auf dem Boden landete, herrschte für einen Moment Stille. Da bahnt sich was an. Und ich hatte Recht. Wutentbrannt riss mein Chef mit einem mörderischen Ruck die Tür zu seinem Büro auf und lief völlig außer sich auf uns zu. Laut krachend flog sie gegen die Wand, ehe sie schief in den Angeln hing und an einen ausgeknockten Ringer erinnerte. Nur die gehisste, weiße Fahne fehlte. „Sie können ihre Sachen packen! Sofort!!!“ Entgeistert starrte meine sonst so vergnügt vor sich hinschmatzende Kollegin unseren Chef an. Ich befürchtete, ihr würde jeden Moment das Kaugummi aus dem weit geöffneten Mund fallen. „Sie auch, verdammt nochmal! Glotzen sie nicht so und packen Sie Ihre Sachen!!!“ Mit einem Gesicht rot wie eine Chillischote kam er schließlich auf mich zu und sah mir in die Augen. Schnaufend wie ein Elefant hauchte er mir seinen Käseatem ins Gesicht. „Sind Sie taub oder was?! Raus!!!“ Mit ruhigem Blick sah ich ihn an und fixierte seine wütenden Schweinsaugen. „Wollen Sie uns feuern, Chef, oder was soll das werden?“ „Sind sie dämlich oder was?! Warum sonst sage ich wohl packen Sie Ihre verdammten Sachen! Diese Firma ist pleite. Endgültig. Bei so unfähigen Sekretärinnen auch kein Wunder, inkompetentes Stück!“ Wütend und rot, wie er dastand, tat er mir ja fast Leid. Selbst Schuld, Arschloch. „Wissen Sie… eigentlich könnte ich Sie für ihre Unverschämtheiten anzeigen. Und wissen Sie noch was? Sie müssen mich nicht kündigen. Ich kündige selbst.“ Mit einer kräftigen Handbewegung fegte ich sämtliche Papiere von meinem Schreibtisch. Wie zu groß geratene Federn glitten sie durch die Luft und verteilten sich tänzergleich auf dem grauen Teppichboden. Ich sah, wie der Typ, der bis eben noch mein Chef war, kurz davor stand, wie eine riesige Bombe in die Luft zu gehen. „Das war längst überfällig. Einen schönen Tag noch.“ Lächelnd griff ich nach meiner Tasche und nickte noch einmal der ehemaligen Arbeitskollegin zu, während ich gut gelaunt und triumphierend das Büro verließ. Ich hörte, wie mein ehemaliger Chef hinter mir rotierte und seiner Wut freien Lauf ließ. Für dich ab sofort nur noch Vergangenheit.
Durch die mir bisher verhasste Stadt laufend, kaute ich vergnügt auf meinem Kaugummi und ignorierte ausnahmsweise sogar die wutwürdige Tatsache, dass es sinnflutartig Regnete. Ich wollte zwar schnell ins Warme, zurück in meine kleine, schlichte Wohnung mit dem Flur voll Hundescheisse, was mich selbst positiv erstaunte, doch hatte ich das Gefühl, vorher noch unbedingt schnell erledigen zu müssen, wonach mir schon eine ganze Weile war. Nicht später, nicht morgen, sondern jetzt. Mit schmatzenden Schritten und halb ertränkten Schuhen lief ich über den nass glänzenden Weg unter meinen Füßen, während ich die Geschäfte auf beiden Seiten genau im Auge behielt. Irgendwo hier musste es sein. Wie ein Spürhund auf der Lauer suchte ich nach meinem Ziel. Und tatsächlich. Ein paar Meter weiter hatte ich es gefunden. Artstore Allerlei. Ein kleiner, bunter Laden für kreativen Krimskrams, Bastelfreaks, Zeichner und Maler. Katzenartig schüttelte ich mich, ehe ich eintrat und in den vielen Regalen nach den Dingen suchte, die ich noch unbedingt mit nach Hause nehmen wollte. Fast wäre ich vor lauter Sucherei an den passenden Sachen vorbeigelaufen, bevor ich sie schließlich festhielt und mitnahm. Als ich kurz darauf an der Kasse stand und bezahlen konnte, legte ich die vier Leinwände, Pinsel und Farben vorsichtig auf das Band. Ich fragte den Verkäufer nach einer Tüte, während ich ihm das Geld gab. „Es wäre schade, wenn die Sachen wegen dem Regen nass und unbrauchbar werden.“ Er sah mich verständnisvoll an. „Da haben Sie Recht. Hier ist eine Tüte.“ Dankend nahm ich sie entgegen und steckte alles vorsichtig hinein, ehe ich den Laden schließlich verließ und zügig durch den kalten Regen in Richtung Bahnhof lief. Bloß nicht nass werden. Bald bin ich zu Hause.
Eine halbe Stunde später war ich endlich wieder im Warmen. Durchgefroren und mit steifen, kalten Fingern drehte ich den Schüssel in der Tür und betrat meine Wohnung. Ich stellte die Sachen vorsichtig auf den Stuhl am Küchentisch. Zufrieden warf ich noch einmal schnell einen Blick auf den Inhalt. Ich drehte mich um, stellte die Kaffeemaschine an und lief ins Schlafzimmer, um mir trockene, bequeme Klamotten aus dem Schrank zu nehmen. Genervt von der schweren, nassen Tasche warf ich diese auf den Stuhl zu meiner linken, der seitlich vom Küchentisch stand, als ich erneut kurz die Küche betrat und den warmen Kaffee in eine Tasse laufen ließ. Die brauchst du jetzt sowieso nicht mehr. Während ich nochmal nach nebenan lief und mich schließlich umzog, hörte ich, wie meine alte Arbeitstasche mit einem lauten Plumsen in den Mülleimer direkt neben dem schiefen Stuhl fiel. Ich konnte nicht anders, als wirklich herzhaft zu lachen. Mir sollte es egal sein. Ich suche mir einen Job, bei dem es nicht mehr nur um’s reine Geld geht. Aber das kann für’s Erste warten. Lebendig wie jetzt fühlte ich mich schon lange nicht mehr.
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