Herzensgröße

Ein kleines Mädchen brüllte ihren Bruder an und sagte ihm er solle damit aufhören, auf sie herabzuschauen. „Du bist zu groß!“, schrie sie. „Viel zu groß, Bruder!“ Dieser lachte und blickte zu ihr herunter. „Du bist einfach zu winzig, kleine Schwester.“ „Ich bin nicht winzig!“, erwiderte das Mädchen wütend. „Ich bin nicht zu klein Bruder, hörst du?!“ Mit grimmigem Gesichtsausdruck auf ihren Bruder starrend ballte sie die kleinen Fäuste. „Oje. Es geht nicht darum, wie groß oder klein du bist“, sagte er. Verwirrt, doch immer noch wütend starrte seine kleine Schwester ihn an. „Wieso?“, fragte sie. Während er lächelte, wie er es immer tat, sobald seine Schwester wütend war, legte er ihr seine rechte Hand auf die kleine Brust, genau dort, wo ihr Herz schlug. „Was wirklich zählt“, begann er zu erklären, „ist wie groß oder klein dein Herz ist. Was auch immer du im Inneren trägst kann dir nicht weggenommen werden, es sei denn, du lässt es dir nehmen. Ist dein Herz groß, spielt es keine Rolle, wie klein dein Körper ist.“ Er drehte sich um und bot ihr seinen Rücken an. „Wie sieht es aus? Willst du von meinen Schultern getragen werden, um den Sonnenschein zu genießen, während du dir die Welt aus einer Perspektive höher als meine anschaust?“ Sie lächelte. „Ja!“ Ohne sich noch ein weiteres Mal zu beschweren, genoss es seine Schwester zum ersten Mal klein zu sein. Ihr Herz war groß und breit, dazu in der Lage, jederzeit nach der Sonne und den Sternen zu greifen. Das wusste sie nun. Und so lachte sie glücklich, wie es auch ihr Bruder tat.
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